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Und dann ist man plötzlich da…..


Die letzte Nacht war muckelig warm. Die Herbergsmutter gab es eine grosse dicke Wolldecke und so murmelten wir drei uns ein. Morgen ist es soweit, morgen kommen wir an, in Santiago de Compostela. 

Um halb 6 waren wir beide hellwach. Wir standen auf packten alles zusammen und waren fertig noch bevor ein einziger anderer Pilger zu sehen war. Wir frühstückten gemütlich und brachen im Nebel auf zu unseren letzten 10 Kilometern. Das Wetter war kalt und es begann zu nieseln. Ich hoffte die Sonne wartete auf uns in Santiago. 

Wir erreichten den Berg der Freude. Es heißt, das hier die Pilger mit Gefühlen der Freude übermannt wurde, weil man von hier oben den ersten Blick auf Santiago hat. Wir sahen nichts ausser Nebel 😂

Zusammen mit Clarissa aus Österreich liefen wir von hier die letzten Kilometer. Ich fühlte mich komisch….es war eine Mischung zwischen Aufregung und keine Ahnung. Es waren komische Gefühle die in mir aufstiegen. Gegen 9.15 erreichten wir den Ortseingang von Santiago. 

Wir hatten es geschafft….wir waren da. Noch 3 Kilometer waren es jetzt noch bis zur Kathedrale. Nun stieg die Aufregung und die letzten Meter verflogen nur so dahin.

Wir liefen durch die schöne Altstadt und folgten eifrig den Muscheln am Boden. Kurz vor der Kathedrale durch liefen wir ein Tor. Hier stand ein Mann mit einer Gitarre und spielte das Lied Imagine von John Lennon. Passender ging es nicht und eine üble Gänsehaut umhüllte meinen ganzen Körper. Wer das Lied nicht kennt, sollte es auch unbedingt mal anhören. 

Und dann war es soweit, 

….wir waren da. Wir standen vor der Kathedrale und umarmten und vor Freude. Wir schauten wir zwei Kleinkinder und wussten erstmal nichts zu sagen. Und dann war der Gauner auch schon vorbei. Es wurde plötzlich laut und wuselig…weil Massen an Touristen in Reisebussen angekarrt wurden. Nun wollten wir von dem Ort, der unser Ziel für die letzten 6 Wochen war, ganz schnell weg. Und so verschwanden wir in eine ruhige Ecke. Ich wollte mir die Pilgermesse anschauen aber der Eintritt wurde mir wie vielen anderen Pilgern verwehrt. Die Kathedrale war voll. Voll mit Touristen….ein wenig enttäuscht schlenderte ich zurück zu den Jungs. In diesem Moment begriff ich, dass es total unwichtig ist. Ich brauche keine Messe, ich mache jeden Tag meine eigene. Ich bin diesen langen Weg gelaufen und es hat sich viel in mir getan. Meine Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Wochen werde ich wie einen Schatz in mir aufbewahren und ihn hoffentlich nicht im Alltag verlieren. 💖 

Eins kann ich euch aber jetzt schon versprechen …das war nicht mein letzter Camino.😀

BUEN CAMINO💖👣💖🐾

Kategorien:Camino del Norte, Jakobsweg, Küstenweg, Wandern mit HundSchlagwörter:, , , , ,

3 Kommentare

  1. 💜lichen Glückwunsch. Es war schön, euch auf eurem Weg hierüber zu begleiten… Für mich geht es in 6 Tagen für 2 Wochen los – leider muss ich in Etappen laufen. LG Steffy

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  2. Man kann gleichzeitig Zürich und Winterthur lieben. Als UreniWterthur-rin habe ich fast immer in Zürich gearbeitet, das fehlt mir manchmal sehr. Wenn jemand über Zürich schimpft, was ja in der Schweiz praktisch Non-Stopp vorkommt, beginne ich Zürich heftig zu verteidigen, mit mässigem Erfolg und unfreiwilliger Komik.

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