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Etappe 18 von La Rabia nach Pria (km 408)


ENDLICH WIEDER INTERNET !!!😀

Gegen zwei Uhr Nachts wachte ich vom Taschenlampenlicht und zwei männlichen Stimmen auf. Als ich mich gerade anfing zu gruseln hörte ich den gefürchteten Satz: HELLO POLICIA !!!!! Mir rutschte das Herz in die Hose und ich überlegte in Sekundenschnelle WAS TUN ??? Ich humpelte aus meinem Zelt um den Polizisten zu suggerieren, ich musste hier bleiben, weil mein Knie so weh tat. Das Taschenlampenlicht ließ mich für einen Moment erblinden und so stand ich da, in Schlüppi und Top und wartete auf die Standpauke der spanischen Polizei bezüglich des verbotenen Wildcampens. Aber es kam alles anders. Die Polizei war auf der Suche nach einem jungen spanischen Mädchens Namens Anna. Weil sie anhand unserer Jakobsmuschel, die wir immer vorbildlich ans Zelt hingen, erkannten das wir Pilger waren fragten sie mich ob ich sie gesehen hätte, weil sie als vermisst gemeldet wurde. Ich verneinte und somit war die Sache schon wieder erledigt. Mit keinem Wort erwähnten sie das es hier nicht erlaubt wäre zu zelten, sondern entschuldigten sich für die Störung und wünschten Buen Camino. Gott war ich glücklich! Ich schlüpfte zurück ins Zelt und brauchte was eine Stunde um nach dem Schock wieder einzuschlafen.

Gegen 9 Uhr brachen wir auf und machten uns auf den Weg. Das Wetter war angenehm wolkig. Wir entschieden uns die Alternativroute am Strand entlang zu nehmen und so freute sich unser Santo über eine ausgiebige Flitzrunde über den super schönen breiten Strand.

Nach fast 4 Kilometern gönnte wir uns in einer Strandbar ein kleines Frühstück. Santo war von seiner Rumrennerei das erste Mal müde und nutze die Gelegenheit für ein Powernapping. Weiter ging es an der Küste mit einer gigantischen Aussicht. Ich kann es gar nicht oft genug erwähnen wie wunderschön es hier ist. Würde ich im Lotto gewinnen, würde ich mir hier sofort ein Haus kaufen.

So langsam verschwanden die Wolken und der Himmel leuchtete in seinem schönsten Blau. Nach circa 16km erreichten wir den kleinen Ort La Acebosa. An einem kleinen Bahnhof suchten wir Schatten und ruhten uns ein wenig aus. Hier trafen wir, wie der Zufall es wollte zwei Spanier mit einem Hund namens Shakira. Sie erzählten mir das sie bereits alle Caminos mit ihrer Shakira gelaufen sind und so versuchte ich mit meinem Halbspanisch an alle nötigen Infos zu kommen was pilgern mit Hund betraf. In all der Zeit nämlich klopfte immer wieder der Gedanke bei mir an, wie kommen wir von Santiago zurück nach Irun. Wie ich bereits erwähnte ist es mit einem Hund über 10Kilo sehr schwierig, bzw. unmöglich eine Zugverbindung von Santiago zu bekommen. Er erzählte mir, dass es eine Möglichkeit gab, von Ferrol mit der Bimmelbahn nach Irun zukommen. In diesen sogenannten Chuchus sind Hunde in allen Größen erlaubt solange sie einen Maulkorb tragen. Ferrol liegt allerdings 100km von Santiago entfernt. Wir würden also den Camino Ingles rückwärts laufen. Das hieße aber auch für uns mindestens 4 Etappen mehr als geplant, was durch unsere Bummeltage zeitlich ein Problem darstellte. An dem kleinen Bahnhof wo wir nun saßen fuhr zufälliger Weise genau der Zug, der uns ein Stück nach vorne bringen würde. So entschieden wir spontan hier einzusteigen und fuhren 60km nach Nueva. Somit gewannen wir Zeit und die Heimreise ist gesichert. Mir fiel in diesem Moment ein riesen Stein vom Herzen, weil ich mir von nun an keine Sorgen mehr über die Rückreise machen musste. Endlich konnte ich frei von diesen Sorgen meinen Camino genießen.
Circa eine Stunde später saßen wir im Zug. Die Strecke lief parallel zur Küste und so gonnten wir das was wir zu Fuß verpassten aus dem Zug bestaunen. Wir verließen Kantabrien und waren von nun an in Asturien. Als wir in Pobena waren, schwärmte mal ein älterer Herr von Asturien und er hatte Recht. Die Landschaft war atemberaubend. Die Felsformationen entlang der Küste auf der einen Seite und das Gebirge auf der anderen machten mich sprachlos. Wer die Natur liebt, kommt hier auf seine Kosten.

Gegen 19Uhr erreichten wir Nueva und machten uns auf den Weg nach einem geeigneten Schlafplatz. Wir liefen noch knapp 4km und erreichten auf einem Berg die Kirche von Pria. Hier konnten wir unser Zelt auf einer Wiese vor einer Herberge aufschlagen. 

Hier trafen wir auch wieder zwei Jungs aus England wieder. Die beiden haben einen Affenzahn drauf und staunten nicht schlecht als wir auf einmal vor ihnen standen. Natürlich haben wir ihnen unser kleines Geheimnis verraten. Wir aßen zusammen zu Abend und lernten noch Andi aus der Pfalz und Kelly aus Belgien kennen. Es ist so schön die Geschichten der anderen zu hören. Jeder erlebt eben seinen eigenen besonderen Camino.
Santo bewachte derweil unser Zelt und freute sich sichtlich auf unsere Rückkehr und die anstehende Nachtruhe. So kuschelten wir drei uns ins Zelt und freuten uns auf den kommenden Tag.

BUEN CAMINO

 

Kategorien:Camino del Norte, Jakobsweg, Küstenweg, Wandern mit HundSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , ,

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