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Etappe 7 von Markina-Xemein nach Santo Tomas


Eine Nacht im Bett ist schon was Feines. Und so genoss ich es solang es ging liegen zu bleiben. Trotzdem war ich irgendwie lustlos. Meine Knie fühlten sich wackelig an und meine Füße schmerzten. Ich hatte so gar keine Lust heute überhaupt nur einen Meter zu laufen. Santo war dank Heckto schon die erste Runde Pipi und Philipp erwachte auch irgendwann aus seinem Dornröschenschlaf. Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt hatten, genossen wir erstmal ein ausgiebiges Frühstück. Wir hatten mit leerem Magen eingekauft und so gab also jede Menge Leckereien. Die auf jeden Fall aufgegessen werden mussten, denn schleppen wollte die keiner von uns.
Zum Abschied umarmten wir Heckto, diese wunderbare Seele💖, und machten uns gegen 9Uhr auf die Socken. Der Himmel war bewölkt und es roch nach Regen. Aber der ließ dann doch noch eine ganze Weile auf sich warten. Entlang eines Baches liefen wir durch das kleine Dörfchen Zenaruzza. Dort angekommen entschieden wir uns wieder für eine Alternativroute. Da ich heute so gar keine Lust hatte und Philipp es auch nicht schaffte mich mit seinen Blödeleien aufzuheitern, liefen wir eine Abkürzung die Landstraße entlang. Immerhin 400m gespart und einen steilen Anstieg. Den konnte ich nun wirklich nicht gebrauchen heute. Aber es kamen noch etliche die wir nicht umgehen konnten.🙈🙈🙈

Mittlerweile hatte es zu regnen bekommen und wir verkrochen uns unter jeder schützenden Gelegenheit die sich uns bot. Gegen frühen Nachmittag erreichten wir das süße Dörfchen Manitibar. Hier trafen wir auch einige Wegbegleiter wieder die sich ebenso eine Pause gönnten. In einem Restaurant auf dem Markplatz Namens Lea gönnten wir uns ausnahmsweise ein Pilgermenü. Wir machen das eigentlich so gut wie gar nicht, weil die immer nicht schmecken. Aber diesmal hatten wir einen Jackpot. Dieses Menü war ausgezeichnet gut. Es gab als Vorspeise gemischter Salat mit Spargel für Philipp und baskischer grüne Bohnensalat für mich. Als Hauptspeise schlemmten wir eine hervorragend gegrillte Dorade und als Dessert genossen wir hausgemachtes Schokoladenmousse und Windbeutel. WAHNSINN!!!!!!!! Das war so gut und kostete gerade mal 9€uro. Wer also mal hier entlang kommt, unbedingt stopp machen und schlemmen.

Es ging weiter über Felder und Wiesen, vorbei an wunderschönen Bauernhäusern. Wir fingen an zu träumen, was wir wohl hier und dort pflanzen würden, wenn diese unsere wären. Während wir so vor uns hinträumten hörte Santo wieder ein Bächlein plätschern. Bäche sind für ihn der große Hit. Und so schoss er los um darin zu plantschen und sah in Null Komma Nix aus wie ein Ferkel. Wir amüsierten uns und genossen seine Lebensfreude.

Wir durchquerten heute mehrfach Wälder. Aber der Letzte war wirklich einzigartig. Er war wir ein kleiner Märchenwald. Der Weg ging entlang des Baches immer ein wenig auf und ab. Wir stiefelten über kleine Steinbrücken, wenn der Bach den Weg kreuzte. Die Sonne kam plötzlich raus und so glänzte der Wald vom gefallenen Regen als hätte man ihn mit Diamanten beschüttet. Überall zwitscherten Vögel, jede Menge Schmetterling begrüßten uns auf unserem Weg und auch Santos neue Freundin, die Libelle ließ sich blicken. Wir fingen an zu singen und fühlten uns das erste Mal so richtig frei. Meine Lustlosigkeit hatte sich aufgelöst und auch die Füße taten ihre Dienste ohne zu schmerzen. Wir lachten und sprangen wie kleine Kinder über Stock und Steine und genossen jeden einzelnen Moment.

Die Kilometer purzelten nur so davon und schon bald erreichten wir Oleb. Ein kleines Dorf im Berghang. Hier füllten wir unsere Flaschen an einer Trinkwasserquelle auf und zogen weiter in Richtung Gernika. Plötzlich verdunkelte sich der Himmel und es begann wieder zu regnen. Nach circa 4km erreichten wir die Kirche von Arrutza Santo Tomas.

Sie bestand neben ihren alten Gemäuern aus einem schützendem Holzdach . Und so entschlossen wir uns, unser Nachtlager hier aufzuschlagen. Irgendwie passte auch alles so perfekt. Wir stellten unser Zelt in einer schützenden Ecke auf. Es war natürlich schwierig es im Steinboden zu befestigen aber als wir uns so umsahen entdeckten wir Haken in den Wänden die perfekt passten um unser Zelt zu stabilisieren. Die Fugen der Steine auf dem Boden passten ebenso perfekt um doch noch einen Hering zur Sicherheit anzubringen. 

Philipp folgte einem blauen Pfeil und entdeckte hinter einer Treppe ein Häuschen mit einem kleinen Badezimmer. Die Tür stand offen und so benutzen wir es. Man sah durch die Spinnenweben an den Wänden und Decken, das hier wohl länger niemand war. Aber das war uns egal, wir freute uns darüber eine Pipi-und Waschgelegenheit zu haben. Gegen 22Uhr, so schlug die Glocke , schlossen wir die Äugelein.💫
Die Nacht war äußerst stürmisch und es regnete wir aus Kübeln. Ich erwachte des Öfteren und freute mich das wir bei diesem Regen nicht irgendwo im Wald zelteten, sondern den heiligen Schutz dieser alten Kirche genießen durften.

Jetzt haben wir es 10.30 und es regnet immer noch. Der Wetterbericht sagt, gegen Mittag soll es vorbei sein. Dann schauen wir mal ob dem so ist, denn ein bisschen laufen wollten wir heute schon noch.👫🐕

BUEN CAMINO👣💖🐾💖

 

 

Kategorien:Allgemein, Jakobsweg, Küstenweg, Wandern mit HundSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , ,

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