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Galicien und seine Horrorhunde… (noch 87km)


Es sind einige Tage vergangen seit unserem Aufbruch nach einer äußerst kalten Nacht bei der lieben Künstlerin Carmen. Seitdem haben wir auch keine Herberge mehr von innen gesehen. Die Etappen bzw größeren Orte lagen teilweise mehr als 20km voneinander entfernt. Und so suchen wir uns Tag für Tag einen Platz unter freiem Himmel. Was sich hier in Galicien äußerst schwierig gestaltet. Hier gibt es unzählige halb ausgestorbene Dörfer aber dafür jede Menge agressive Hunde. Aber dazu später mehr.😉 

Galicien wirkt auf mich total mystisch. Überall sieht man Ruinen die unter Tonnen von Moos hervor luken und verraten das hier mal jede Menge Leben war. In den Wäldern grenzen unzählige Steinmauern Gelände ab auf denen nichts mehr wächst als Gras.

Nur die Fantasie selbst verrät dir was hier einst los war. Die Wälder stecken voller Geheimnisse. Du läufst und plötzlich stehst du mitten im Wald vor einer beeindruckenden Kirche.

Rings herum nichts außer Wald und ein plätschernde Bach mit einer üppigen Quelle. In der wir im übrigen unsere Wäsche wuschen. Wer brauch schon Waschmaschinen 😂😂😂 

Santo machte heute mal nähere Bekanntschaft mit einer Kuhherde. Normalerweise sind die Zäune sehr tief. Aber nicht dieser und so schoss Santo voll auf die Herde zu und machte ordentlich Wind. Ich hab ein wenig Angst gehabt weil ein Bulle ihm ziemlich nah kam. Aber Santo machte sich einen Spaß draus und flitze im zick zack hindurch. Danach trottete er etwas mühselig hinter uns her.

Kommen wir zum nicht so schönen Teil. Die Horrorhunde!!! Seit unserem Start in Irun haben wir ja gelernt, spanische Hunde haben sehr viel Temperament. Besonders die Hunde, auf den Grundstücken die unseren Weg kreuzen. Hier in Galicien sind sie brutal agressiv und meistens nicht sicher hinter einem Zaun. Meistens sind sie an Ketten die dennoch sehr nah bis an den Weg reichen. Beim vorbei gehenden Pilger gibt es schon Theater aber wehe der Pilger hat noch eine Fellnase dabei. Ich habe so etwas noch nie erlebt und verstehe wirklich nicht was hier los ist. Wir versuchen natürlich so schnell wie möglich an ihnen vorbei zu kommen, aber drei Meter weiter wartet bereits der Nächste. Die letzten zwei Tage waren der absolute Horror. Wo es nur ging sind wir auf die Landstraße ausgewichen um diesem Horror zu entgehen. Dennoch bleiben diese Begegnungen nicht aus und wir sind mächtig genervt. Gestern dann die absolute Krönung des Horrors. Agressive Hunde OHNE Leine. Aus dem nichts kommt ein zähnefletschendes 40Kilo Tier auf uns zugerast. Philipp stellte sich ihm laut brüllend in den Weg und drückte ihn mit dem Stock zurück. Ich hatte eine scheiß Angst und lief so schnell es ging mit meinem mittlerweile auch bellendem und zerrendem Santo an ihnen vorbei. Der absolute Horror..
Wir hatten uns gerade beruhigt, da schießt ein freilaufender Schäferhund mit fletschenden Zähnen auf uns zu. Ich dachte echt ich bin im falschen Film. Nach weiteren 4km mit etlichen Hundebegegnungen brach ich auf einer Wiese heulend zusammen. Das war echt zuviel für mich. Ich hatte keine Kraft mehr. Wir beschlossen direkt hier zu bleiben. Schließlich hatten wir bereits 24km hinter uns und waren eigentlich schon auf der Suche nach einem Schlafplatz. Der Himmel schenkte uns noch eine Jakobsmuschel aus Wolken und dann ging es ab ins Bett.

Am nächsten Morgen ließen wir es gewohnt ruhig angehen. Nach einem Erdbeermarmeladenfrühstück brachen wir guter Dinge auf. Auch heute liefen wir die meiste Zeit über die Landstraße um den Horrorhunden zu entgehen. Es blieb jedoch nicht aus, aber lange nicht so schlimm wie am vergangenen Tag. Bis es Nacht wurde. Wir schlugen unser Zelt auf einer Wiese in der Nähe eines klitzekleinen Ortes auf. In der Nacht wurden wir von einem heftigen Hundegebell mehrerer Hunde geweckt. Es zog sich über eine Stunde. Die gaben einfach keine Ruhe. Ich dachte bei mir, was haben die denn nur? Bis das tiefe Bellen eines Hundes plötzlich näher kam. Und immer näher, bis wir begriffen das hier ein streunernder Hund unterwegs war. Ich schiss vor Angst fast ins Zelt und betete das Santo ruhig blieb. Das tat er auch mit einer Drehung auf die Seite und totalem Desinteresse. Der bellende Hund verschwand immer mal wieder und plötzlich war er wieder direkt hinter unserem Zelt. Philipp riskierte einen Blick durch den Lüftungsschlitz und ihm stockte der Atem. Der ist groß und vielleicht fünf Meter entfernt mit Blick auf uns, waren seine Worte. Wir überlegten was wir tun sollen. Irgendwann öffnete Philipp  das Zelt und bewaffnete sich mit Pfefferspray und in diesem Moment verschwand er und kam auch nicht wieder zurück. 
Ich kann euch sagen, ich habe so was von die Schnauze voll. Das glaubt ihr gar nicht. 

Heute sind wir in Miraz angekommen und sind zu unserer Freude in einer Herberge untergekommen wo Hunde erlaubt sind. Das heißt wir beide haben ein muckeliges warmes Bett und Santo darf auch mal kuscheln kommen. Nachts ist es hier nämlich bitter kalt und unsere Schlafsäcke sind viel zu dünn. 🙈

Im übrigen sind es von hier noch 87km bis Santiago. 👍Kurz vor dem Ziel werden wir doch nochmal stark herausgefordert.

BUEN CAMINO🐾💖👣💖

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7 Kommentare

  1. Hoffentlich bleibt ihr unbeschadet und kommt heil und gut gelaunt in Santiago an!

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  2. Schön das ihr alles gut überstanden habt,wunderschöner Blog

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  3. maltejk: “gewagte These” oder “nicht durchdachte These”?Jede Zeugenaussage, jede Spurensicherung ist das Verwerten von Daten, die nicht zum Zwecke der Strafverfolgung erhoben wurden. Der Mörder hat die Pas;enonh&#252rlten nicht für die Strafverfolgung liegen lassen. Polizisten auf Streife sehen haufenweise Dinge, die nicht zur Strafverfolgung dienen. Lange Rede, kurzer Sinn: Deine Grenzsetzung ist unbrauchbar.

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